Cannabis und Psychose

Andor E. Simon, Christoph Lauber, Katja Ludewig, Daniel S. Umbricht

Cannabis führt bei regelmässigem und anhaltendem Konsum zu relevanten kognitiven Einbussen, insbesondere der Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsfunktionen, wobei die kognitiven Auswirkungen insbesondere bei Jugendlichen markant sind.
Der Konsum von Cannabis hat in den meisten Zivilisationsländern in den letzten 30 Jahren einen markanten Anstieg erfahren. Studien aus verschiedenen Teilen der Welt zeigen insbesondere einen verbreiteten Cannabisgebrauch unter jungen Menschen [1]. Diese Tendenz konnte auch in der Schweiz festgestellt werden [2]. Zudem hat sich pro «Joint» der Gehalt von D9-THC, dem psychoaktivsten von über 60 Cannabinoiden, in den letzten Jahren verzehn- bis verdreissigfacht [1].

Diese Beobachtungen haben dazu geführt, dass Diskussionen um die Gefährlichkeit von Cannabis nicht nur unter Politikern und in der Öffentlichkeit sehr präsent geworden sind, sondern sich auch in Forschungsgruppen etabliert haben. Kaum eine andere Droge wird aber so kontrovers diskutiert wie Cannabis. In der aus psychiatrischer Sicht geführten Diskussion um die Gefährlichkeit von Cannabis ist vor allem die Entdeckung von Cannabisrezeptoren und von Endocannabinoiden im Gehirn [3, 4] und somit das bessere Verständnis über die biologische Wirkung von Cannabis bedeutsam geworden. Insbesondere hat das aus dieser Forschung gewonnene Wissen die Debatte erneuert, ob Cannabis in der Entstehung psychotischer Erkrankungen eine ursächliche Rolle spielt.

Nachfolgend besprechen wir zunächst die biologischen Eigenschaften von Cannabis, der Cannabisrezeptoren und Endocannabinoide, um dann den Zusammenhang zwischen Cannabis und Psychose zu diskutieren, bevor wir schliesslich gesundheits- und wirtschaftspolitische Aspekte beleuchten, die im Zusammenhang mit Cannabis aus psychiatrischer Sicht von Relevanz sind.

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Simon et al., Swiss Medical Forum 2004 [PDF] (http://medicalforum NULL.ch/docs/smf/archiv/de/2004/2004-24/2004-24-115 NULL.pdf)

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